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Der geklebte Glaspalast

Foto: Daria Scagliola & Stijn Brakkee, Poesia, MVRDV

„Crystal Houses“ in Amsterdam mit dem Flagshipstore von Chanel ist ein Bauwerk der Superlative. Ein gläserner Palast, Stein um Stein geklebt.


700 Meter geballter Luxus: Auf der P. C. Hoofstraat in Amsterdam reiht sich Edelboutique an Edelboutique. Die Straße ist eine der teuersten Shopping-Meilen in den Niederlanden. Hier geben sich Designerläden von Marken wie Bulgari, Cartier, Dior oder Gucci die Klinke in die Hand. Seit kurzem hat auch Chanel auf der Hoofstraat seine Zelte aufgeschlagen – in einem imposanten Glaspalast der holländischen Stararchitekten MVRDV.

 

Die Fassade der „Crystal Houses“ bestehen aus mehr als 7.000 handgefertigten durchsichtigen Glasbausteinen, die die Größe normaler Mauersteine besitzen. Auch die Fenster und Türrahmen sind komplett aus Glas gefertigt. Nach oben in Richtung Dachgeschoss gehen die gläsernen Ziegel in klassische rote Backsteinklinker über. Das historische Überbleibsel des alten Mauerwerkes. Entstanden ist ein Stilmix aus traditioneller und moderner Architektur. Bei Dunkelheit leuchtet die gläserne Fassade hell wie ein Kristall.

 

Klebstoff statt Mörtel

Auf Mörtel als Fügematerial mussten die Bauherren natürlich verzichten. Das hätte den durchsichtigen Charakter der Fassade zerstört. Auf Klebstoffen „Made in Germany“ basierte die Lösung: genauer gesagt lichthärtende Klebstoffe, die transparent aushärten und damit die Fugen unsichtbar machen. Sie halten Sonnenlicht stand, vergilben selbst nach Jahren nicht und bleiben auch im ausgehärteten Zustand dauerhaft klar.

Zusätzlich sorgen diese flexiblen Klebstoffe dafür, dass keine Spannungsrisse in der Fassade entstehen. Die gläserne Mauer ist laut der Architekten sogar stärker als Beton. Witterungseinflüsse, wie Regen und Wärme, denen eine Fassade ausgesetzt ist, können ihr nichts anhaben.

Gegenüber herkömmlichen Bauklebstoffen, die bei Raumtemperatur aushärten, erreicht diese Spezialentwicklung durch UV-Licht ihre vollständige Festigkeit. Dafür wurden LED-Lampen mit einer Wellenlänge von 400 Nanometern (nm) eingesetzt.

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