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Kleben fürs Leben

Klebstoffindustrie wächst trotz Wirtschaftskrise

Ansgar van Halteren

Foto: IVK

Trotz der krisengeschüttelten gesamtwirtschaftlichen Konjunktur konnte die deutsche Klebstoffindustrie 2008 ihr Gesamtproduktionsvolumen um noch einmal 2 % gegenüber dem Vorjahr steigern. Ein Exportwachstum von fast 7 % unterstreicht den weltweit hohen Stellenwert von Klebstoffen „Made in Germany“ sowie die globale Technologieführerschaft der überwiegend klein- und mittelständisch strukturierten Branche. Für 2009 erwartet die deutsche Klebstoffindustrie einen Umsatzeinbruch, der allerdings deutlich geringer ausfallen wird, als der prognostizierte Rückgang des Bruttoinlandsprodukts.

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise und der damit einhergehende gesamtwirtschaftliche Konjunkturrückgang haben 2008 insgesamt zu einer Verlangsamung des Wachstums der deutschen Klebstoffindustrie geführt. Trotzdem konnte sie ihr Produktionsvolumen um noch einmal 2 % und die Exporte um fast 7 % gegenüber dem Vorjahr steigern. Der Gesamtumsatz der Branche im Inland (Klebstoffe, Dichtstoffe, Klebebänder und zementäre Bauklebstoffe) hat sich damit im Jahr 2008 auf einem Niveau von 3,0 Mrd. Euro stabilisiert.
Im ersten Halbjahr 2009 ist die Nachfrage nach Klebstoffsystemen in dem für die Klebstoffindustrie wichtigen Schlüsselmarktsegment Automobil/Automobilzulieferer um bis zu 25 % und im Bereich Elektronik in der Größenordnung von etwa 10 % rückläufig. Bezogen auf den Gesamtbranchenumsatz bedeutet dies einen Rückgang im ersten Halbjahr 2009 von etwa 4 bis 5 %.
Als derzeit konjunkturrobust zeigt sich das Marktsegment „Konsumentenklebstoffe“. Außerdem wirkt sich das Konjunkturpaket der deutschen Bundesregierung stabilisierend auf die Umsätze der Hersteller von Klebstoffen für Boden, Wand und Decke sowie Klebstoffen für das Handwerk aus. In diesen Bereichen bewegen sich die Umsätze etwa auf Vorjahresniveau.
Vom sogenannten Homing-Effekt profitiert derzeit besonders der Bereich Papier- und Verpackungsklebstoffe. Ihre Umsätze entwickeln sich mit dem steigenden Konsum von Lebensmitteln, Tiefkühlkost und Süßigkeiten erfreulich positiv
„Derzeit hinkt der Gesamtumsatz der deutschen Klebstoffindustrie in der Größenordnung von etwa 3 bis 4 % dem vergleichbaren Vorjahresumsatz hinterher“, so Klaus Kullmann, Mitglied des IVK-Vorstands. „Wenn der von den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten prognostizierte Aufschwung tatsächlich im vierten Quartal 2009 stattfindet, dann ist davon auszugehen, dass die deutsche Klebstoffindustrie – dank Innovationen, Konjunkturpaket und Homing-Effekt – kaum mehr als 2 bis 2,5 % auf dem Gesamtmarkt einbüßen wird.“
Trotzdem ist und bleibt – so der Branchenverband – die Ertragssituation angespannt. So sind die Rohstoffpreise in den letzten Monaten zwar leicht gesunken, der sich für die Klebstoffindustrie daraus ergebende Kostenvorteil führte allerdings durch das schwierige wirtschaftliche Umfeld nicht zu positiveren Ergebnissen. Viele Rohstoffhersteller haben zudem in der ersten Jahreshälfte 2009 ihre Kapazitäten zurückgefahren und die jüngst steigende Nachfrage – insbesondere aus China und den USA – lassen aktuell die Rohstoffpreise wieder steigen. Sollte darüber hinaus die prognostizierte Erholung der europäischen Märkte tatsächlich stattfinden, könnte sich durchaus der Effekt einer Rohstoffverknappung gekoppelt mit weiteren Rohstoffpreisanpassungen einstellen.
Über die Krise hinaus sieht der IVK die deutsche Klebstoffindustrie für die zukünftigen wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen gut aufgestellt. In den letzten Jahrzehnten hat sie sich vom Anbieter von Hilfsstoffen zum globalen Technologieführer für komplexe Systemlösungen entwickelt. Damit wurde eine solide Basis für die Erschließung neuer Märkte, z. B. im Bereich der erneuerbaren Energien (Windkrafträder, Photovoltaik), der Medizintechnik (Endoskope für minimalinvasive OPs) oder der Herstellung biometrischer Ausweise, geschaffen.
Nicht nur die globale Krise, sondern auch die von der Politik breit angelegte Diskussion zum Thema „Nachhaltigkeit“ wird sehr viele Industrien unter einen erheblichen Produktivitätszwang setzen und damit viele Produktionsprozesse verändern. Das bedeutet unter anderem, dass verlässliche Alternativen für traditionelle, hochenergetische Verbindungstechniken gefunden werden müssen. Die deutsche Klebstoffindustrie bietet hierfür innovative Systeme und Systemlösungen mit einem enormen Effizienzpotenzial an – von Klebstoffen für den Leichtbau in der Möbelindustrie bis hin zu Verpackungsklebstoffen, die keinen schädigenden Einfluss auf Lebensmittelverpackungen aus Recyclingpapier haben.

Industrieverband Klebstoffe e.V. (IVK):
Der Industrieverband Klebstoffe ist – im europäischen, aber auch im internationalen Umfeld – der größte Verband für die Hersteller von Kleb- und Dichtstoffen, Klebebändern und Klebrohstoffen.
Technische Fragestellungen sowie Umwelt-, Verbraucher- und Arbeitsschutz besitzen einen hohen Stellenwert in der Klebstoffindustrie. Dies dokumentiert der Verband gegenüber Öffentlichkeit, Behörden, Verbrauchern und wissenschaftlichen Institutionen.
Der Industrieverband Klebstoffe vertritt die Branche nicht nur nach außen, sondern ist auch innerhalb der Mitgliedsunternehmen aktiv, etwa um Produktnormen, Qualitäts- und Umweltstandards oder auch Arbeitssicherheitsrichtlinien zu beschließen und durchzusetzen.
Zurzeit gehören 117 Unternehmen dem IVK an. Insgesamt beschäftigt die deutsche Klebstoffindustrie mehr als 11.000 Mitarbeiter/-innen.

Ansgar van Halteren:
Ansgar van Halteren ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Industrieverband Klebstoffe e.V. Seit 1992 zeichnet der heute 52-jährige Diplom-Kaufmann für den IVK verantwortlich.

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Kontakt:
Presseteam Industrieverband Klebstoffe e. V.,
c/o Dülberg & Brendel GmbH,
Am Wehrhahn 18, 40211 Düsseldorf,
Telefon 0211.640080, Telefax 0211.6400823,
E-Mail ivk@duelberg.com