Kleben will gelernt sein:
Die Anforderungen an moderne Produkte und Bauteile steigen ständig. Sie müssen zunehmend kleiner, schneller und leichter werden und darüber hinaus ökologisch verträglich und preiswert sein. Dieses ist schon jetzt – und zukünftig immer mehr – nur möglich, wenn die unterschiedlichsten Werkstoffe ideal miteinander kombiniert werden. In diesem Zusammenhang nimmt die Klebtechnik in der industriellen Fertigung eine Schlüsselposition ein. Die unterschiedlichen Werkstoffe können durch das Kleben unter Erhalt ihrer speziellen Eigenschaften langzeitbeständig miteinander kombiniert und so neue Bauweisen verwirklicht werden.
Wachstumsimpulse durch Personalqualifizierung
Wachstumsimpulse und Wettbewerbsvorsprünge erfordern daher zunehmend den Einsatz der modernen Klebtechnik, ergeben sich jedoch erst, wenn das gesamte Potenzial dieser Technologie in die tägliche Anwendung „übersetzt“ wird. Neue Werkstoffe, neue Verfahren, neue Erkenntnisse – all das garantiert noch kein gutes Produkt und keinen wirtschaftlichen Erfolg. Entscheidend dafür ist die Umsetzung von Wissen. Und dazu bedarf es ausgezeichnet qualifizierten Personals, gerade bei einer anspruchvollen Hochleistungstechnologie wie der Klebtechnik.
Ausbildung am Fraunhofer IFAM
Der Lehrgang zum Klebpraktiker/in – vor zehn Jahren gemeinsam mit der Industrie erarbeitet und erfolgreich durchgeführt – war der Nukleus für die Gründung des Klebtechnischen Zentrums und bildete die Basis für eine stetige Weiterentwicklung des Weiterbildungsangebots am Fraunhofer IFAM in Bremen. Heute bietet das Klebtechnische Zentrum europaweit harmonisierte und anerkannte Lehrgänge für alle Ebenen im Unternehmen an. Seit dem vergangenen Jahr umfasst das Weiterbildungsangebot nun auch den von der Industrie lange geforderten Lehrgang zur Qualifizierung zum „Klebfachingenieur/in“.
Das Ausbildungsangebot basiert auf einem national und europäisch harmonisierten und akkreditierten Regelwerk und umfasst die Qualifizierungen zum/zur
• Klebpraktiker/in
Dauer: 40 h / Zielgruppe: ausführende Ebene
• Klebfachkraft
Dauer: 120 h / Zielgruppe: Meisterebene
• Klebfachingenieur/in
Dauer: 320 h / Zielgruppe: technische Entscheiderebene.
Jede Qualifizierungsmaßnahme schließt mit praktischen, schriftlichen und mündlichen Prüfungen, deren erfolgreicher Abschluss zur Verleihung eines europaweit anerkannten Zeugnisses führt.
Das IFAM als Wissensgenerierer und Wissensvermittler
Das notwendige Wissen für den erfolgreichen Einsatz moderner Klebtechnik wird im Fraunhofer IFAM vermittelt. Im Klebtechnischen Zentrum als akkreditierter Bildungseinrichtung wird das umfassende Know-how aus den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Chemie, Physik und Werkstoffwissenschaften gebündelt für den erfolgreichen Einsatz dieser Fügetechnik weitergegeben. Die Weiterbildungen werden industrienah und praxisorientiert umgesetzt. Sie sind ein Beispiel, wie direkter Technologietransfer möglich ist: Weil das Fraunhofer IFAM als größte unabhängige Forschungsgruppe in Europa im Bereich der Klebtechnik Forschungs- und Entwicklungsaufträge für alle Anwendungsbereiche durchführt, fließen neue Erkenntnisse sofort auch in die Weiterbildung mit ein.
Der Nutzen der klebtechnischen Weiterbildungen für die Unternehmen besteht darin, dass die nunmehr klebtechnisch umfassend qualifizierten Mitarbeiter/innen in der Lage sind, das Potenzial der Klebtechnik eigenständig und innovativ für den Betrieb zu nutzen. Ob Bauteilauslegung, Konstruktion, klebstoffspezifische Leistungsmerkmale und Kenngrößen, die Optimierung und Kontrolle des klebtechnischen Fertigungsprozesses oder die Gestaltung des Arbeitsplatzes: Die Mitarbeiter/innen sind befähigt, alle qualitätsbeeinflussenden Faktoren zu beurteilen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ihr Wissen ist die Grundlage für Innovation!
Internationalisierung der Ausbildung
Für die Klebstoffindustrie ist diese Personalqualifizierung integraler Bestandteil einer notwendigen, zukunftsorientierten „Qualifizierten Marktentwicklung (QME)“ für die moderne Klebtechnik. Die Wichtigkeit dieses Themas wegen wurde das Fraunhofer IFAM als Mitglied in den Industrieverband Klebstoffe aufgenommen; das IFAM ist für die deutsche Klebstoffindustrie das Leitinstitut in Fragen der klebtechnischen Ausbildung. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IFAM wird die deutsche Klebstoffindustrie im Jahr 2005 eine groß angelegte Initiative zur Internationalisierung der klebtechnischen Ausbildung starten. Mit Blick auf diese Internationalisierung – insbesondere des Lehrgangs „Klebfachingenieur“ – steht der Industrieverband Klebstoffe im engen Kontakt mit seinen Schwesterverbänden in den USA und in China.
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Kontakt:
Presseteam Industrieverband Klebstoffe e. V.,
c/o Dülberg & Brendel GmbH,
Am Wehrhahn 18, 40211 Düsseldorf,
Telefon 0211.640080, Telefax 0211.6400823,
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