Klebstoffe in der Schuhproduktion

Von der Sohle bis zur Spitze

Glänzende Lackpumps, flache Ballerinas mit Schleifchen, klassische Stiefel und strassbesetzte Abendsandaletten mit atemberaubend hohem Pfennigabsatz. Vor den Auslagen der Schuhgeschäfte geraten die Damen zwangsläufig ins Schwärmen.
Schuhe sind für Frauen eben nicht nur eine Notwendigkeit, sondern Ausdruck von Stil und Persönlichkeit. Möglich wird die „bezahlbare“ Vielfalt am Fuß durch den Einsatz leistungsfähiger Klebstoffe. Statt aufwändiger Einzelproduktion mit Nähten, Nieten und Nägeln werden Schuhe heute in moderner Massenproduktion zusammengeklebt. Vielfältig, kostengünstig und für den Schuhliebhaber einfach traumhaft schön.


Bei der Produktion eines modernen Schuhs kommen bis zu zehn verschiedene Arten Klebstoff zum Einsatz. Und das in bis zu sieben Arbeitsabläufen. Die Vorteile sind offensichtlich: Die Verbindungen sind fest, flexibel und gleichmäßig.
Der Einsatz von Klebstoffen ermöglicht Massenproduktionen und damit nicht nur erschwingliche Preise, sondern auch eine unglaubliche Modellvielfalt. Schließlich sind Klebungen nicht sichtbar, haben keinen Einfluss auf das Gesamtbild des Produkts und realisieren die Verarbeitung verschiedenster Materialen. Denn ein Mix aus Leder, Lack oder Stoff gibt so manchem „Treter“ erst den modischen Pfiff.

Doch wo genau kommen die Klebstoffe bei der Schuhproduktion zum Einsatz?
Wer es genau wissen will, muss sein Lieblingsmodell nur einmal genau in Augenschein nehmen: So wird das Leder zur besseren Formbeständigkeit meist auf der Rückseite mit einem Baumwollgewebe verstärkt. Das benötigte Thermoklebstoffgranulat schmilzt
bei 80 Grad. Sohle und Zwischensohle können hingegen mithilfe eines wasserlöslichen Spezialklebstoffs verbunden werden.
Nach einer ersten Trocknung muss der Schuh ein zweites Mal erhitzt werden, damit der Klebstoff die eigentliche Klebewirkung entwickelt. Nun wird die Sohle auf dem Schuh ausgerichtet und solange gepresst, bis der Klebstoff ausgehärtet ist.
Die fast fertigen Schuhe kommen in einen 100 Grad heißen Wärmeofen. Hier werden die verwendeten thermoplastischen Schaftklebstoffe weich und formbar. Die Materialspannung wird erhöht, sodass sich alle Schaftmaterialien exakt den Leistenkonturen anpassen. So kann eine langanhaltende Formbeständigkeit gewährleistet werden.

Aber auch Schuhabsatz und -sohle müssen fest geklebt werden. Angesichts der Vielzahl der Materialien für Schuhsohlen können hier verschiedenste Klebstoffe zum Einsatz kommen. Denn ob PVC, Thermoplastischer Rubber, Gummi, Polyurethan, Latex, Krepp oder Leder – jede Sohle stellt andere Ansprüche. So ist z. B. bei einer TR-Sohle erst ein porenschließender Voranstrich notwendig, damit der Klebstoff nicht vom Material aufgesaugt wird.

Und wenn der Absatz doch mal abbricht?
Kein Problem: Mit leistungsfähigen Sekundenklebern lässt sich das kleine Missgeschick blitzschnell beheben.


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