Feuchtebeständigkeit von geklebten Möbelkanten

Die TKH informiert:

Zur Beurteilung der Feuchte- und Klimabeständigkeit von Bauteilen für Küchen, Bäder und andere Feuchträume werden in vielen Fällen Kantenprüfungen durchgeführt. Häufig werden die Ergebnisse dieser Prüfungen dazu benutzt, Aussagen über die Eignung des verwendeten Klebstoffes zu machen. Wichtige Parameter, wie z.B. die Qualität der Materialien sowie die Qualität der Herstellung des Bauteils, bleiben oft unberücksichtigt.

Die am häufigsten durchgeführte Prüfung im Bereich der Feuchte- und Klimabeständigkeit ist die Wasserdampfbeaufschlagung. Hierbei werden ganze Bauteile oder Teilabschnitte geklebter Kanten einer definierten Menge an Wasserdampf ausgesetzt. Die verschiedenen, in der Praxis verwendeten Prüfmethoden unterscheiden sich einzig und allein in der Zeitdauer der Wasserdampfbeaufschlagung. Die Prüfung endet mit einer optischen Beurteilung der Fugen bzw. mit einer Messung der Spanquellung des Trägermaterials.

Eine weitere Prüfung belastet die Klebung direkt mit kaltem Wasser. Häufig wird hierfür ein Einstelltest verwendet, bei dem entweder ganze Bauteile oder Teilabschnitte geklebter Kanten über einen definierten Zeitraum komplett in ein Wasserbad gestellt werden. Auch diese Prüfung endet mit einer optischen Beurteilung der Fugen bzw. mit einer Messung der Spanquellung des Trägermaterials.

Eine weitere Alternative zur Prüfung der Feuchte- und Klimabeständigkeit ist die Klimalagerung, bei der das Bauteil oder Teile daraus in verschiedenen Klimata gelagert und anschließend wie bei der Wasserdampfbeaufschlagung bzw. beim Einstelltest beurteilt wird.

Der Einfluss des Klebstoffes an sich auf die Prüfergebnisse dieser Testmethoden ist deutlich geringer als gemeinhin angenommen. Eine weitaus größere Bedeutung kommt der Feuchtebeständigkeit von Beschichtungsmaterialien und Trägerwerkstoffen sowie der Qualität der Verarbeitung der Bauteile zu.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass Wasserdampfbeaufschlagungen, Einstellteste und Klimawechsellagerungen Objektprüfungen sind, die ausschließlich das Verhalten von Bauteilen unter bestimmten Bedingungen prüfen. Sie eignen sich zur Qualitätskontrolle einer Fertigung, nicht aber zur Beurteilung der Feuchtebeständigkeit einzelner Komponenten eines Bauteils wie z.B. Klebstoffe, Kanten- oder Trägermaterial.


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