Kleben bringt Farbe an die Wand
Wände als Chamäleon: Ob provenzalisches Wohnambiente in satten Ocker- und Terrakotta-Tönen oder rationales Design mit geometrischen Formen in kühlen Farben - die Tapete macht’s. Kein Wohnaccessoire beeinflusst die Stimmung eines Raumes so nachhaltig wie die Tapete. Daneben unterstreicht sie natürlich die Persönlichkeit sei ner Bewohner. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt deshalb oft mit einem Tapetenwechsel. Dass der möglichst unproblematisch über die Bühne geht, dafür sorgen moderne Klebstoffe.
Tapeziert wird eigentlich immer: Ein einfacher Tapetenwechsel verwandelt das Kinderzimmer in ein cooles Jugendzimmer, macht die erste Wohnung zu einem Ort ungezwungener Freiheit und das neugebaute Reihenhaus zum gemütlichen Familiendomizil. Dabei hat der gute, alte Tapeziertisch schon beinahe ausgedient.
Moderne Tapeten und Kleister machen’s möglich. Zugegeben, die Hauptbestandteile des Tapetenklebstoffes sind die üblichen Verdächtigen. Methylcellulose und Stärke – aus diesen, auf natürlichen Stoffen basieren Substanzen bestehen nachwievor die meisten Tapetenkleister. Beide sind ungiftig. Oft werden noch klebrig machende Harze und andere Stoffe, die die Anwendung erleichtern, den Kleister stärker oder haltbarer machen, zugegeben.
Die Auswahl des Kleisters richtet sich nach der Art der Tapete. Der Trend der letzten Jahre ging eindeutig zur Vliestapete, die besonders strapazierfähig ist und noch nach Jahren trocken abgezogen werden kann – vorausgesetzt, der richtige Kleister kommt zum Einsatz. Vliestapeten gibt es in zahlreichen ansprechenden Dessins, Mustern und Oberflächenstrukturen. Viele Tapetenhersteller bieten sie in Crash-Optik an, mit Metallic- und Matt-Glanz-Effekten oder gar schimmernden Glasperlen. Kleister für Vliestapeten werden direkt auf die Wand aufgetragen, die Tapetenbahnen werden angelegt und abgerollt.
In diesem Fall verfügen die Kleister über eine besonders hohe Anfangshaftung, versteht sich. Gleichzeitig muss die Tapete auch noch eine Weile korrigierbar bleiben.
Darüber hinaus gibt es heute für jedes spezielle Tapezier-Bedürfnis einen bestimmten Tapetenkleister. Da alte Wände extrem saugfähig sind, neue Wände aber besonders wenig Feuchtigkeit aufnehmen, werden Spezialprodukte angeboten, die die Saugkraft regulieren.
Für häufig tapezierte, unebene Wände gibt es sogar Kleister, die in einem ersten Schritt Unebenheiten wie ein Spachtel ausgleichen und im zweiten Schritt die Tapete kleben – erstaunlich, was sich mit Methylcellulose und Stärke so alles anfangen lässt.

