Welt en miniature
Da werden Erwachsene zu Kindern. Modellbau ist nach wie vor der Deutschen liebstes Hobby. Jedes Jahr pilgern rund 100.000 Interessierte zur Intermodellbau nach Dortmund, der größten Modellbaumesse der Welt. Was hier ausgestellt wird, ist der Stoff aus dem Modellbauerträume sind. Da gibt es Autos, Schiffe, Flugzeuge und Eisenbahnen, Dampfmaschinen, Heißluftballons und Zeppeline, Häuser und Bäume, Landschaften und Straßen – natürlich alles en miniature und möglichst originalgetreu. Beim Bau kommt jede Menge Klebstoff zum Einsatz.
Mit einem kleinen Schiffsmodell oder der Eisenbahn fängt meistens an, was später in großen Modellbaulandschaften endet. Rund 700 Millionen Euro lassen Modellbauliebhaber in Deutschland jedes Jahr für ihr Hobby springen, davon entfallen 400 Millionen auf den Klassiker, die elektrische Eisenbahn. Die meisten Modellbauer sind übrigens männlich. Viele von ihnen kaufen fertige Bausätze, andere schwören aufs Selbermachen. Die Leidenschaft einiger geht sogar soweit, dass sie sich Maschinen zur Metallverarbeitung in
den Hobbykeller stellen.
Aber egal, ob ein preiswertes Anfängermodell zusammengebastelt werden soll oder der Modellbauer ein größeres Bauvorhaben im Kopf hat, egal, ob es sich um Eisenbahn-Anlagen, Flug- oder Schiffsmodelle handelt, ob einfache Standmodelle oder funktionstüchtige Nachbauten entstehen, ohne Klebstoff geht nichts. Großer Beliebtheit erfreuen sich klassische Holzleime und Sekundenkleber, mit denen viele Metalle und Kunststoffe verklebt werden können.
Kunststoffe wie Plexiglas – es kommt bei Schiffsaufbauten und Verglasungen aller Art zum Einsatz – oder Lexan, das zum Bau vieler Automodelle verwendet wird, werden oft mit speziellen Kunststoffklebstoffen verarbeitet. Diese Klebstoffe beruhen zum Teil auf dem Prinzip der Kaltschweißung: Der Klebstoff löst die Kunststoffoberflächen der Fügeteile an und verbindet sie miteinander. Rümpfe von Modellschiffen werden aus glasfaserverstärktem Polyester oder Epoxidharz gefertigt. Zu ihrer Klebung dienen Klebstoffe auf Epoxidharz-Basis. Mit ihnen können sogar so heikle Kandidaten wie Styropor geklebt werden. Aufgrund seiner Leichtigkeit eignet sich dieses Material hervorragend für Flugmodellrümpfe und Tragflächen, wird aber auch bei Modellbahnlandschaften eingesetzt. Abgesehen von der Festigkeit und Haltbarkeit der Verbindungen spielt bei Modellbauklebstoffen auch die Art der Dosierung eine Rolle. Feine Kanülen zum punktgenauen Auftrag auf Kleinteile und schwer zugängliche Fugen machen vieles einfacher. Zum Ankleben von Bodenbelägen braucht es Klebstoffe, die gleichmäßig und flächig aufgetragen werden können: Sprühklebstoffe lassen das Gras in der Miniatureisenbahn-Landschaft üppig sprießen.

