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Mehr als nur geklebtes Wissen

Wie sähe die Welt wohl ohne Etiketten aus? Auf Flaschen, Verpackungen und Waren aller Art gehören sie zu den Dingen im Alltag, die kaum Beachtung finden. Zumindest, wenn man von den darauf gedruckten Informationen einmal absieht. Dabei beeinflussen die Etiketten den Menschen in Wahrheit mehr als viele zunächst denken.

Nur wenige Sekunden betrachtet der Konsument die Waren beim Gang durch ein Geschäft. Hat er das richtige Produkt gefunden, folgt der Blick aufs Etikett, das u. a. über Hersteller, Inhalt, Haltbarkeit, Menge und Preis informiert. Insofern ist das Etikett sozusagen das erste verkaufsfördernde Element im Prozess der Entscheidungsfindung des Käufers. Etiketten warben schon für den Inhalt eines Produktes, als TV- und Fernsehwerbung noch lange nicht erfunden waren.

Entsprechend machen sich Fachleute eine Menge Gedanken über das Etikett, über Farbe, Größe, Material und Ausstattung im Allgemeinen, bevor es der Konsument auf der Ware erstmals zu Gesicht bekommt. Vor diesem Hintergrund werden auch an den Klebstoff für die Etiketten besondere Anforderungen gestellt. Moderne Flaschen-Etikettierungsmaschinen bekleben z. B. 80.000 Flaschen pro Stunde. Da muss der Klebstoff sauber, schnell und sicher an Flasche und Etikett haften. Nichts darf hier anschließend verrutschen oder Falten werfen. Andererseits muss er aber bei den Mehrwegflaschen während der Reinigung problemlos wieder samt Etikett zu entfernen sein. Bei Einwegverpackungen darf der Klebstoff das Recycling nicht erschweren. Die Klebstoffindustrie als Partner der Getränkehersteller schafft es, die entsprechenden Klebstoffe auf natürlicher oder synthetischer Basis für die verschiedenen zu klebenden Materialien zur Verfügung zu stellen.

Auf der anderen Seite wird von Etiketten aber auch verlangt, dass sie, einmal aufgeklebt, sich nicht mehr einfach ablösen. Beispiele sind die Etikettierung von Chemikalienbehältern oder Adressaufklebern auf Frachtgut. An Verschlüssen oder Deckeln angebrachte Sicherheitsaufkleber sollen die Unversehrtheit des Inhalts garantieren. Bei hochpreisigen oder sensiblen Produkten dienen fälschungssichere Etiketten dem Schutz vor Produktpiraterie. Vielfach finden sich hier Hologramme, die vor dem einfachen Kopieren schützen sollen.

Ganz aktuell ist die Entwicklung, bei der Daten mittels Holografie auf einer Kunststoff-Folie gespeichert werden. So können Daten sicher und gleichzeitig einfach transportiert werden. Die Folie wird mit einem Laserstrahl mit holografischen Informationen beschrieben. Die Holografie bietet eine hohe Speicherkapazität und Datensicherheit zugleich. Die Einsatzmöglichkeiten dieser Folien der neusten Generation sind vielfältig. Die neue Technik wird von Fachleuten bereits als fälschungssichere Alternative zum Barcode-System gehandelt, das heute unter anderem im Supermarkt zur Identifikation von Waren eingesetzt wird.

Auch beim Diebstahlschutz haben heute Etiketten in Kombination mit modernster Technik eine wachsende Bedeutung. Viele Sicherungsetiketten werden bereits beim Hersteller der Produkte angebracht. So genannte RFID-Etiketten – das Kürzel steht für Radiofrequenz-Identifikation – helfen nicht nur beim Diebstahlschutz, sie können als Identifikationseinrichtung auch mit den entsprechenden technischen Einrichtungen anzeigen, wo sich der Artikel auf dem Weg zwischen Produkt-Hersteller und Ladenkasse gerade befindet. So helfen Etiketten bei der Lagerhaltung, der Logistik und dem Diebstahlschutz. Voraus gesetzt, die Klebstoffe halten, damit sich Ware und Etikett nicht einfach trennen.