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Humanmedizin trifft auf Klebstofftechnologie

Pflaster können mehr als nur Wunden versorgen. Als transdermale therapeutische Systeme ersetzen sie Tabletten und Injektionslösungen. Foto: LTS Lohmann Therapie-Systeme AG

Sie können Herzinfarkten vorbeugen, verspannte Muskulatur lockern oder zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden: transdermale Pflaster. Einmal aufgeklebt übertragen sie Wirkstoffe über die Haut. Protagonist dieser innovativen pharmazeutischen Darreichungsform ist eine spezielle Klebstoffrezeptur.


Transdermale Pflaster sind flexible, flächige Arzneiformen, die auf die Haut geklebt werden. In ihre Klebefläche sind ein oder mehrere Wirkstoffe eingebettet. Diese dringen nach dem Aufkleben gleichmäßig dosiert in die Haut ein, wo sie dann vom Blutkreislauf aufgenommen werden. Der Vorteil gegenüber Tabletten: Dank der kontinuierlichen Wirkstoffabgabe lassen sich sowohl zu hohe als auch zu niedrige Konzentrationen vermeiden. Die Gefahr von Nebenwirkungen ist damit geringer. Zudem muss der Wirkstoff nicht Magen und Darm passieren. So bleibt er chemisch unverändert und erreicht direkt den Ort im Körper, an dem er seine Wirkung entfalten soll.

Klebt stark und ist leicht zu entfernen
Je nach Anwendungszweck bleibt das Pflaster unterschiedlich lange auf der Haut. Die Tragezeit variiert zwischen einem Tag und einer Woche. Damit es nicht verrutscht, selbst beim Sport oder unter der Dusche hält und sich wieder rückstandsfrei ablösen lässt, muss der eingesetzte Klebstoff hohe Anforderungen erfüllen.  Zum Einsatz kommen druckempfindliche Haftklebstoffe, die gesundheitlich unbedenklich, also biokompatibel, sind. Dabei handelt es sich in der Regel um gummiartige bzw. zähflüssige Polymere, wie zum Beispiel Polyacrylate, Silikone oder Polyisobutylene. Klebstoffe dieser Art haften schon bei wenig Druck der Hand oder des Fingers fest, aber reversibel, auf der Haut. Voraussetzung: Die Klebstoffrezeptur muss eine ausreichende Adhäsion mit der zu beklebenden Oberfläche aufweisen und über die erforderliche Kohäsion, den inneren Zusammenhalt der Klebstoffschicht, verfügen. Dazu ist wichtig, dass die Rezeptur individuell auf den Wirkstoff abgestimmt wird. Flüssige Wirkstoffe – wie zum Beispiel Nitroglycerin – erhöhen die Klebkraft des Haftklebstoffs, senken aber seine Kohäsion. Das muss bei der Einstellung der Rezeptur berücksichtigt werden.

So gelangt der Wirkstoff in den Blutkreislauf
Die Viskosität des Klebstoffs ist entscheidend für die Wirkstoffabgabe. Diese erfolgt durch passive Diffusion des in der Klebstoffmatrix homogen dispergierten Wirkstoffs.
Nach Aufkleben des Pflasters tritt durch das Konzentrationsgefälle des Wirkstoffs zwischen Klebstoffmatrix (hohe Konzentration) und Haut (niedrige Konzentration) der Wirkstoff aus dem Pflaster in die Haut über. Die Klebstoffmoleküle selbst sind zu groß, um von einer intakten Hautoberfläche aufgenommen zu werden. Dennoch muss der Klebstoff geprüft biokompatibel sein.

Für diese Anwendungsbereiche gibt es transdermale Pflaster:
Parkinson
Alzheimer
Herzinsuffizienz
Starke Schmerzen
Raucherentwöhnung
Empfängnisverhütung
Hormontherapie in den Wechseljahren


 

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