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Ein Gewinn für Unternehmen und Arbeitnehmer

Lösemittelverbrauch zur Herstellung von Klebstoffen in Deutschland. Foto: © IVK

Was leisten Verbände? Meist nur mit der Vertretung von Industrieinteressen in Verbindung gebracht, ist ihr Aufgabenspektrum in der Praxis oft größer. Ein Beispiel ist die Einführung des GISCODE-Systems, an der der Industrieverband Klebstoffe e. V. (IVK) mitwirkte. Dieses System trug nachhaltig dazu bei, dass der Einsatz von Lösemitteln in den vergangenen Jahren drastisch reduziert wurde. Während die Produktionsmenge an Klebstoffen sich seit 1995 nahezu verdoppelt hat, halbierte sich die pro 1.000 Tonnen Klebstoff eingesetzte Menge an Lösemitteln im gleichen Zeitraum.

Der deutschen Klebstoffindustrie kommt in puncto Umwelt-, Arbeits- und Verbraucherschutz eine Vorreiterrolle zu. Mit Unterstützung des IVK wurden in den letzten Jahren zahlreiche erfolgreiche Initiativen diesbezüglich auf den Weg gebracht.

Bestes Beispiel ist die Einführung des sogenannten GISCODE-Systems für Verlegewerkstoffe.

Bis Ende der 1980er-Jahre haben die Boden- und Parkettleger in Deutschland überwiegend Klebstoffe mit hohen Lösemittelgehalten eingesetzt. Um Handwerker – aber auch die Umwelt und Verbraucher – vor Lösemittel-Emissionen zu schützen, hat der Industrieverband Klebstoffe e.V. Anfang der 1990er-Jahre gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) das Gefahrstoff-Informations-System GISCODE entwickelt.

Der GISCODE fasst bauchemische Produkte mit vergleichbaren Gefährdungsmerkmalen und demzufolge identischen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln zu Gruppen zusammen. Dadurch wird die Vielzahl bauchemischer Produkte auf wenige Produktgruppen reduziert. Die Codierung selbst besteht aus einer Buchstaben- (chemische Basis) und Zahlenkombination (Gefährdungskategorie) – z.B. D1 „Dispersionsklebstoff, lösemittelfrei“ oder RU2 „PUR-Klebstoff, lösemittelarm“. Der GISCODE ordnet das bauchemische Produkt eindeutig einer Produktgruppe zu, für die der Verarbeiter dann Produktgruppeninformationen und Betriebsanweisungen online bei der BG Bau abrufen kann. Darüber hinaus erhält er Hinweise auf Ersatzprodukte mit weniger Gefährdungspotential. In Bezug auf die Verwendung lösemittelhaltiger Verlegewerkstoffe war und ist der GISCODE der Schlüssel für die praxisgerechte Umsetzung der TRGS 610 (Technischen Regel für Gefahrstoffe), die Ersatzstoffe und Ersatzverfahren anstelle des Einsatzes stark lösemittelhaltiger Vorstriche und Klebstoffe für den Bodenbereich regelt. Mit dem GISCODE werden Verarbeiter in die Lage versetzt, ihren gesetzlichen Verpflichtungen in Bezug auf den Arbeitsschutz ohne größeren Aufwand zu erfüllen. Neben Vorstrichen, Bodenbelag- und Parkettklebstoffen umfasst der GISCODE aktuell auch Epoxidharze und zementhaltige Produkte.

Die Jahre nach der Einführung des GISCODE standen im Zeichen eines sehr intensiven Dialogs – insbesondere mit dem Boden- und Parkettlege-Handwerk. Es galt für die Akzeptanz des GISCODE im Handwerk zu werben, denn die Substitution von stark lösemittelhaltigen Verlegewerkstoffen durch lösemittelfreie bzw. -arme Produkte hatte oftmals auch (ungeliebte) Änderungen der Arbeitsabläufe im bodenlegenden Handwerk zur Folge. Als Service für seine Mitglieder organisierte der IVK mit seiner Technischen Kommission Bauklebstoffe (TKB) Fachseminare, Expertengespräche und  Gesprächsrunden mit den Spitzenverbänden des Handwerks. Dies hat schlussendlich dazu geführt, dass der GISCODE heute vom Handwerk „gelebt“ wird.

Akzeptanz und Wirkungskraft des GISCODE

Nachdem sich der GISCODE – dank der Kommunikationsarbeit des IVK – im Boden- und Parkettlegergewerbe sehr gut etabliert hat, gibt es inzwischen auch Klassifizierungssysteme für andere chemische bzw. bauchemische Produkte, wie zum Beispiel den Produkt-Code für Reinigungs- und Pflegemittel oder für Farbe und Lacke. Dies verdeutlicht die hohe Akzeptanz und Wirkungskraft der freiwilligen Branchenvereinbarung GISCODE. Nahezu sämtliche Verlegewerkstoffhersteller in Deutschland haben die Produktion und den Vertrieb lösemittelhaltiger Belags- und Parkettklebstoffe mittlerweile eingestellt – eine Ausnahme bildet eine kleine Palette von Spezialklebstoffen für besondere Anwendungen, die nach TRGS 610 nach wie vor zugelassen sind.

Für den Erfolg dieser Initiative sprechen auch die folgenden Zahlen eine eindeutige Sprache: Der Anteil lösemittelhaltiger Bodenbelagsklebstoffe ist seit 2000 von 25 Prozent auf dauerhaft unter 1 Prozent zurückgegangen.

Vorbild für andere Klassifizierungssysteme
Der GISCODE stellte die Weichen für ein weiteres freiwilliges Klassifizierungssystem der Klebstoffindustrie, das der IVK erfolgreich auf den Weg gebracht hat: der EMICODE®. Dieser teilt Verlegewerkstoffe, wie Spachtelmassen, Klebebänder, Parkettlacke oder Grundierungen, hinsichtlich ihrer Belastung der Raumluftqualität in die Emissionsklassen „sehr emissionsarm“ und „emissionsarm“ ein. Vergeben wird das Prüfzeichen für Umwelt- und Innenraumlufthygiene seit 1997 durch die vom IVK gegründete Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e.V. (GEV). Die Prüfungen der EMICODE®-lizenzierten Produkte erfolgen durch externe, industrieunabhängige Prüfinstitute.

Mehr als nur eine Interessenvertretung
Der Industrieverband Klebstoffe e.V. versteht sich als starker Partner der deutschen Klebstoffindustrie. Er vertritt die technischen und wirtschaftspolitischen Interessen seiner Mitglieder – sowohl im In- als auch im Ausland.
Die Beispiele GISCODE und EMICODE® machen aber ebenso deutlich: Auch der Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz nimmt einen hohen Stellenwert in der Verbandsarbeit des IVK ein. Die Vertretung der Industrieinteressen und die Wahrnehmung von Verbraucherinteressen schließen sich nicht aus, sondern gehen Hand in Hand. Sie ergänzen sich gegenseitig. Das ist der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg und eine moderne Verbraucherpolitik.

 

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Kontakt:

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Dülberg & Brendel GmbH,

Am Wehrhahn 18, 40211 Düsseldorf,

Telefon 0211 64008-0, Telefax 0211 64008-23,

E-Mail hallo@duelberg.com

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